Im Gespräch mit einer Qualitätsmeisterin 2010.

Heute darf ich Ihnen  die Qualitätsmeisterin Frau Christine  Merkel-Köppchen vorstellen, die mit dem Traditionshandwerk Buchhandwerk einen wahrlich guten Eindruck hinterließ. Ich war neugierig – aus eigenem Interesse – und habe hinter die Kulissen blicken dürfen:

Auf der Preisverleihung in Mainz haben wir uns ja persönlich kennen gelernt. Da ich auch oft und gerne ein Buch in den Händen halte, finde ich es einfach klasse, dass Sie mit diesem Traditionshandwerk Qualitätsmeisterin geworden sind. Nochmals meine persönliche Wertschätzung und Anerkennung für diese Leistung.

Und obwohl die digitale Medien (E-Book) auf dem Vormarsch sind, lebt Ihr Handwerk. Und das sehr gut. Welche Erfolgsfaktoren macht Ihr Tun aus?

Vielen Menschen ist es wichtig, beim Lesen ein Buch in den Händen zu halten, das Material des Einbandes zu spüren und das Rascheln des Blattes beim Umblättern zu hören. Lesen ist nicht nur eine reine Informatonsaufnahme, sondern ein aktives Erlebnis für alle Sinne. In meiner Buchbinderei wird dies geschätzt durch ein ebenso aktives Erlebnis für den Kunden, wenn er die Materialien und Bindeart für sein Buch auswählt. Dies geschieht mit Zeit und Muße. Neben diesem hochklassigen Service biete ich dem Kunden an, bei der Bearbeitung seines Buches mir als Meisterin über die Schulter zu schauen. Diese Transparenz, Zeit und ganz individuelle Betreuung macht für den Kunden sein Buch zu etwas Persönlichen – das Gegenteil von Massenware.

Frau Merkel-Köppchen, Sie strahlen Ruhe und Souveränität aus. Woher nehmen Sie diese Gelassenheit?

Meine Gelassenheit entsteht aus der Überzeugung heraus, dass ich für den Kundenauftrag immer die Perfektion anstrebe. Oft genug gelingt dies auch. Dann sind die Kunden-Feedbacks natürlich eine schöne Angelegenheit, die mich dann wieder tragen und weiter auf diesem Weg gehen lassen.

Und gestatten Sie mir eine persönliche Frage von Frau zu Frau. Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut? Und wann und wie nehmen Sie sich Zeit für sich selbst?

Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, empfinde ich als schwer. Dies ist vor allem der Fall, wenn man an beide Lebensbereiche mit hohem Anspruch herangeht. Es bleibt ein ständiger und notwendiger Kampf, anfallende Pflichten zu delegieren (und dies auch zu können!) . Die Zeit für mich ist sehr begrenzt, aber sie ist (inzwischen) da und ich nutzte sie auch (nur) für mich. Denn auch das muß man lernen: ohne schlechtes Gewissen Aufgaben liegen lassen können und sich die notwendigen Pausen zum Auftanken zu nehmen.

Ich danke Ihnen Frau Merkel-Köppchen für diese sehr offene Gespräch und wünsche Ihnen und Ihrer Buchwerkstatt alles Gute.

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