Ein schlauer Handwerker wird zur Kasse gebeten.

Vermeintlich schlaue, arbeitssparende Antworten rächen sich manchmal, wie Sie hier gleich sehen werden:

Ein Heizungsbauer hatte in einer Schule eine Heizungsanlage installiert. Als die Wände feucht waren, beschwerte sich der Auftraggeber über Mängel. Der Handwerker schickte einen Brief mit der Bedingung: Für den Fall, dass sich die Mängelrüfe als unberechtigt herausstelle, sollte der Kunde die Kosten für die Überprüfung tragen. Der Handwerker sollte schriftlich dieser Erklärung zustimmen. Der Kunde reagiert nicht – der Handwerker erst recht nicht.

Kurz darauf brach der Heizkreislauf zusammen und 5000 Liter Wasser flossen in die Wand. Ein Sachverständiger stellte fest, dass dieser Schaden in Folge unsachgemäßer Installation war.

Wie urteilen die Gerichte?

Der BGH  zog den Heizungsbauer zur Verantwortung. Anders als der Handwerker sah der BGH keine Mitschuld des Kunden wegen verweigerter Unterschrift. Es sei die Pflicht des Auftragnehmers, die Mängel zu prüfen und seine Arbeit zu beurteilen, nicht des Auftraggebers. Auch wenn die Abnahme bereits erfolgt sei und deshalb der Kunde die Beweislast trage. Der Handwerker dürfe keine Bedingung für die Mängelprüfung stellen. Das Risiko der Mängelbeseitigung trägt er.

Quelle: Deutsches Handwerksblatt, 20.01.2011

Also: Nehmen Sie jegliche Beschwerden respektvoll entgegen und beseitigen Sie zeitnah Ihre Mängel! Ein “liegen-lassen” kann Sie manchmal teuer zu stehen bekommen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Hinterlassen Sie einen Kommentar