5 Gründe, warum Mängeln keine Priorität eingeräumt werden.

Mängel am BauEin Architekt hat zu mir diese Woche gesagt:
Es gibt kaum ein Gewerk am Bau, das mangelfrei arbeitet.

Das ist ein Grund, dem “Mangelthema” besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Warum werden Mängel keine Priorität eingeräumt? Hier fünf Gründe.

1. Facharbeiter ist bereits auf einer anderen Baustelle

Oft genug sind die Leute schon abgezogen, wenn die Abnahme für ein Gewerk gemacht wird. Eine Nachbesserung nach Abnahme erfordert organisatorische Handstände für die entsprechende Fachfirma. Im Sommer sind die Terminpläne so eng, dass für Nachbesserungen kaum Raum ist.

2. Nachbesserungen spielen kein Geld rein

Dass mit Nachbesserungen kein Geld reinkommt, ist klar. Aber ohne Nachbesserungen werden Zahlungen oftmals auch nicht freigegeben. Das Geldmittel wird somit oft als Druckmittel eingesetzt, um die Nachbesserungen zeitnah zu erwirken.

3. Der Mitarbeiter erhält weiter seinen Lohn

Obwohl der Mitarbeiter den Mangel verursacht hat, läuft sein Lohnanspruch weiter. Er ist der Verursacher für die Misere. Ist das wirklich wahr? Ist der Mitarbeiter wirklich in der Verantwortung? Fehlte dem Mitarbeiter irgendeine wichtige Ausführungsinformation?

4. Die Suche nach dem Sündenbock geht weiter

Bei Auftragsketten – Sub-Sub-Verträgen – geht die Suche nach dem Schuldigen los. Da es als lästige Angelegenheit angesehen wird, wird die Suche vorzeitig eingestellt, weil niemand Schuld hat. Der Hauptunternehmer, der die Generalhaftung übernimmt, lässt die Mängelbeseitigung hängen, weil er nicht gerne auf den Kosten seines Subunternehmers hängen bleibt.

5. Ein Mangel ist einfach nur lästig

Unangenehme Dinge schiebt der Mensch gewöhnlich vor sich her. Mängel gehören zu der Kategorie “Liegenlassen”. So rutschen Mängelbeseitigungen in die unterste Schublade und werden einfach vergessen, auch wenn es keine böse Absicht ist.

 

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